ZUSATZVERSICHERUNGEN NACH VERSICHERUNGSVERTRAGSGESETZ (VVG)

 

Ambulante Zusatzversicherung

Oft wird diese Zusatzversicherung auch «Krankenpflege-Zusatz» genannt, obwohl sie meist gar keine Pflegeleistungen zahlt. Nach dem Motto «darf es ein bisschen mehr sein?» ist diese Zusatzversicherung eine Sammlung kleiner Zusatzleistungen. Sie umfassen in der Regel Beiträge an nichtkassenpflichtige Medikamente und Hilfsmittel, Vorsorgeuntersuchungen, Brillen/Kontaktlinsen, Psychotherapie, Transport- und Rettungskosten sowie Gesundheitsrechtsschutz.

Leistungsunterschiede: Einige Versicherer bieten die ambulante Zusatzversicherung in einer etwas teureren Version mit zusätzlichen Beiträgen an Fitness-Abos und Pflege zu Hause. Grundsätzlich fallen die Leistungen bei günstigeren Versicherungen meist kleiner aus, während teurere Versicherungen etwas mehr übernehmen.

Tipp: Es kommt immer wieder vor, dass Zusatzversicherungen aus Kulanz auch Leistungen zahlen, die sie in der Leistungs-Übersicht nicht erwähnt haben – im Zweifelsfall besser fragen!

Wichtigkeit: Die ambulante Zusatzversicherung ist nicht wirklich wichtig, aber auch nicht wirklich teuer – und oft doch ganz nett. Ca. 50% der Schweizer Bevölkerung hat sie.

Zusatzversicherung für alternative Heilmethoden

Wer mehr oder weniger ernsthaft erkrankt lernt oft auch die Grenzen der Schulmedizin kennen. Hier setzt die Zusatzversicherung alternative Heilmethoden an. Die Listen der unterstützten Therapie-Methoden sind recht lang, meist muss der ausführende Therapeut jedoch zusätzlich auf der Therapeutenliste der entsprechenden Krankenkasse aufgeführt sein.

Selbstbehalt: Je nach Krankenkasse meist zwischen 10% und 30%.

Wichtigkeit: Glaubenssache: Für manche unverzichtbar, für andere unvorstellbar.

Spitalzusatzversicherung

Bei der Spitalversicherung gibt es folgende Varianten:

Freie Spitalwahl (ganze Schweiz)

Seit 1. Januar 2012 wurde die „freie Spitalwahl“ in der Grundversicherung durch Einführung der Fallpauschalen verstärkt. Der Haken: Die Fallpauschalen sind nicht überall gleich hoch. Lassen Sie sich in einem Spital behandeln, dass nicht auf der Spitalliste Ihres Wohnkantons steht und sind dort die Fallpauschalen höher, müssen Sie die Differenz selber zahlen.

Wichtigkeit: Für einen Zürcher liegt die Wahrscheinlichkeit einer ausserkantonalen Spitalbehandlung deutlich tiefer als z.B. für einen Obwaldner – wobei es aber sein kann, dass der Zürcher eines Tages nach Obwalden umzieht. Die allfälligen Zusatzkosten liegen meist unter CHF 1’000. Ca. 50% der Schweizer Bevölkerung hat diese Versicherung. Hier können Sie die günstigsten Grundversicherungsprämien berechnen, damit auch Sie sich nützliche Zusatzversicherungen leisten können und endlich kein Geld mehr mit der teuren und falschen Grundversicherung verschenken. Die Grundversicherung nach Krankenversicherungsgesetz erbringt bei allen Anbietern gesetzlich immer dieselben Leistungen.

Halbprivate Spitaldeckung

Die Spital-Zusatzversicherung Halbprivat zahlt Ihnen Chefarzt-Behandlung und Zweibett-Zimmer. Wichtig: Das Zweibett-Zimmer ist nicht garantiert – sind alle Zweibett-Zimmer belegt, müssen Sie mit einem Mehrbett-Zimmer vorlieb nehmen. Ca. 12% der Schweizer Bevölkerung hat diese Versicherung.

Optionen: Einige Versicherungen lassen sich mit entsprechenden Optionen erweitern um Beiträge an ärztlich verordnete Kuren, Haushaltshilfen und Spitexleistungen.

Selbstbehalt: Meist wählbar zwischen CHF 0 und CHF 5’000 in Schritten von CHF 1’000.

Private Spitaldeckung

Die Spital-Zusatzversicherung Privat zahlt Ihnen zusätzlich zur halbprivaten Deckung ein Einzel-Zimmer. Wichtig: Das Einzel-Zimmer ist nicht garantiert – bei zu hoher Belegung ist es möglich, dass Sie mit einem Mehrbett-Zimmer vorlieb nehmen müssen. Ca. 6% der Schweizer Bevölkerung hat diese Versicherung.

Flexibler Spitalzusatz (Wahlabteilung)

Mit dem flexiblen Spitalzusatz können Sie bei Spitaleintritt wählen zwischen allgemeiner Abteilung, privater oder halbprivater (letztgenannte mit Chefarzt-Behandlung). Die Prämien sind zwar deutlich tiefer, dafür liegt der Selbstbehalt zwischen 20% und 50% der Mehrkosten verglichen zur allgemeinen Abteilung. Entsprechend kann der Selbstbehalt schnell einige Tausend Franken betragen.

Tipp: Legen einen guten Teil der im Vergleich zur privaten bzw. halbprivaten Versicherung gesparten Prämie für den Selbstbehalt zu Seite.

„Hotel“deckung

Mit einer Hotel-Versicherung können Sie im Spital in einem Einzel- bzw. Zweibett-Zimmer liegen ohne teure Chefarzt-Behandlung. Das macht Sinn, denn vielen Versicherten geht es vor allem darum, nicht im Mehrbett-Zimmer zu landen. Doch seit einigen Jahren bieten immer weniger Krankenkassen die Hotel-Versicherung an. Grund: Viele Spitäler und Kantone ziehen es vor, Ein- und Zweibettzimmer direkt für die halbprivate und private Abteilung zu reservieren, weil dies für sie deutlich lukrativer ist. Wichtig: Das Zweibett- oder Einzel-Zimmer ist nicht garantiert – bei zu hoher Belegung müssen Sie mit einem Mehrbett-Zimmer vorlieb nehmen (und Privat- oder Halbprivat-Versicherte haben natürlich Vorrang).

Tipp: Prüfen Sie vor dem Abschluss, in welchen Spitälern noch ein Vertrag mit der entsprechenden Versicherung besteht.

Zahnversicherung

Zahnkorrekturen-Versicherung: Speziell für Kinder kann die «Zahnspangen-Versicherung» abgeschlossen werden. Bis kurz vor dem vierten oder fünften Lebensjahr verzichten viele Versicherungen dabei auf vorgängige Zahnuntersuchungen. Benötigt Ihr Kind tatsächlich über mehrere Jahre eine Zahnspange, addieren sich die Kosten schnell auf 10’000 Franken. Eine gute Zahnkorrektur-Versicherung zahlt Ihnen daran grob geschätzt 7’500 Franken – bei einer Prämie von gut 2’600 Franken (über 15 Jahre).

Vorsicht: Einige Versicherungen zahlen nur den SUVA-Taxpunktwert von 3.10 Franken, während der tatsächliche Taxpunktwert eines Zahnarztes bis zu 5.80 Franken betragen kann.

Zahnpflege-Versicherung: Spezielle Zahnpflege-Versicherungen zahlen Beträge an die Kosten von Dentalhygiene, zahnärztlichen Behandlungen und Implantaten. Der Selbstbehalt liegt meist zwischen 25% und 50% mit maximalen Auszahlungen zwischen 1’000 und 5’000 Franken pro Jahr. Die Tarife von Zahnpflege-Versicherungen sind oft abhängig vom Eintrittsalter und für Erwachsene meist so teuer, dass Sie die allfällige Prämie besser selbst für die nächste Behandlung zur Seite legen.